Foto: Sebastian Haerter
Mit 18 Jahren verlässt Volker Röwe die DDR, macht Karriere im Westen und wird Investor – in Mecklenburg, wo sein Bruder Michael noch immer lebt.
Volker Röwe merkte Ende der Achtzigerjahre, dass er anders tickt. Da war er an der Polytechnischen Oberschule in Schwerin. Ein Mann in Uniform kam in den Wehrkundeunterricht und fragte: Wofür lebt ihr? Und die Schüler sollten antworten: für die Freiheit! Die Gemeinschaft! So erinnert er sich.
Röwe sagte: „Ich möchte mal ein Auto, ein Haus und ein Boot.“ Klingt nach Sparkassenwerbung, aber Röwe dachte an einen Bekannten: „Ein Gas-Wasser-Installateur, den alle Millionen-Schneider nannten.“ Mit schickem Auto, schickem Haus und einem Bootshaus nahe dem der Eltern seiner Freundin.
Ihm schien, dass er solche Lebensziele im Westen leichter verwirklichen könnte. Im Sommer 1989 kaufte er als 18-Jähriger für sich und seine damalige Freundin ein Bahnticket von Schwerin nach Berlin. Sie würden von dort aus zum Schein einen Urlaub nach Ungarn antreten und aus der DDR fliehen. Nur die Eltern wussten Bescheid.
Am 9. November ging es endlich los, so erzählt er es heute. Sie saßen im Zug und fragten sich, ob alles gut gehen würde, ob sie je ihre Verwandten wiedersehen könnten.
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